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Artikelverzeichnis Kunst & Kultur Techniken beim Kerbschnitzen

Techniken beim Kerbschnitzen



Die Kerbschnitzerei ist eine sehr beliebte Technik im Kunsthandwerk, die zum Aufwerten der verschiedensten Gebrauchsgegenstände aber auch bei Auftragsarbeiten zur Verzierung von Möbelteilen oder anderer Holzkonstruktionen angewendet wird. An Truhen oder alten Babywiegen kann man in vielen volkskundlichen Museen die schönsten Kerbschnitzereien finden.

Das Kerbschnitzen ist im Prinzip eine der einfachsten Schnitztechniken, dabei werden relativ flache Schnitte mit einer sehr kleinen Anzahl an Werkzeugen ausgeführt. Die meisten der gängigen Muster basieren auf geometrischen Grundformen. Um eine Kerbe ins Holz zu schnitzen, sind einige Schnitte unter Einhaltung eines bestimmten Winkels erforderlich, diese werden normalerweise mit der Spitze einer Messerklinge ausgeführt. Je nach Schnittrichtung entsteht eine V-förmiger Kerbe oder eine dreiseitige Vertiefung.

Für den Großteil der Arbeit benötigt man lediglich zwei verschiedene Werkzeuge, den Schnitzmesser und einen Stecher zum sauberen Abtragen größerer Späne. Es ist aber nicht zwingend notwendig, sich diese speziellen Werkzeuge zuzulegen. Früher waren es gerade die Seefahrer oder Schäfer, die sich ihre Zeit mit der Anfertigung von solcherlei Holzarbeiten vertrieben.

Vor der Ausführung einer Schnitzarbeit wird ein Entwurf gestaltet, dabei wird empfohlen, zunächst mit geometrischen Formen zu beginnen, mit fortschreitender handwerklicher Verbesserung braucht man sich nicht mehr darauf zu beschränken. Viele der schon bekannten Motive zeigen vereinfachte Tiere oder Pflanzen, ebenso wurden abstrakte Muster umgesetzt. Unter Zuhilfenahme des Prinzips der Stilisierung kann fast jede denkbare Vorlage in einer Kerbschnitzerei dargestellt werden.

Das Motiv wird zunächst mit einem Lineal und Bleistift aufs Papier gebracht, um später mittels Blaupause aufs Holz übertragen zu werden. In der Regel wird das zu bearbeitende Stück Holz in einer Hand gehalten, mit der anderen Hand werden die gewünschten Kerben geschnitzt. Nach jedem Arbeitsgang wird das Holzstück weiter gedreht. Die messerführende Hand schneidet immer in derselben Richtung, dabei wird die Handhaltung kaum verändert. Das Schnitzmesser muss so gehalten werden, dass die Schneide in Richtung des Daumens zeigt, der Zeigefinger muss um den Schaft des Messers gelegt werden.

Auf diese einfache aber sehr effektive Weise ist es mit ein wenig Geduld möglich, die aufwendigsten Verzierungen in alle Arten von Möbeln zu bringen.

Bernhard Heß