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Artikelverzeichnis Kunst & Kultur Eine Skulptur als Vorlage

Eine Skulptur als Vorlage



Soll eine Plastik oder Skulptur in einer bestimmten Stückzahl hergestellt werden soll, wird als erstes eine Vorlage benötigt. Für die Anfertigung eines derartigen Einzelstückes gibt es verschiedene Variationen. Es kann aus einem zähen Werkstoff modelliert und hinterher durch Brennen gehärtet werden. Es ist aber auch möglich, eine Vorlage aus festem Stoff, wie Stein, gegossenem Gips oder Granit zu schnitzen. Diese Kunst üben Holzbildhauer oder Steinmetze aus, die in aufwendiger und liebevoller Handarbeit die Details in die Figuren einarbeiten.

Wenn ein Original dann in der benötigten Form inklusive aller Einzelheiten fertig gestellt ist, gibt es wiederum verschiedene Möglichkeiten zur Reproduktion.

Die modernste Methode ist der Gebrauch eines Lasers als Scanner. Ohne Berührung wird die Skulptur mit allen Details gescannt und parallel im Computer zu einer Zeichnungsdatei verarbeitet. Mittels unterschiedlicher Werkzeuge ist danach machbar, die Figur auch in anderen Abmessungen zu reproduzieren.

Die etwas einfachere Möglichkeit ist das Abtasten. Während man einen Taster um die Vorlage führt, wird zugleich als Arbeitsergebnis ein Duplikat geschnitzt. Solche Vervielfältigungen können durch eine Übersetzung auch maßstäblich gefertigt werden. Das wohl gebräuchlichste Verfahren für die Reproduktion von Plastiken ist das Wachsausschmelzverfahren. Dabei muss mittels der in Handarbeit gefertigten Vorlage zunächst eine Form hergestellt werden, die mit einem Wachskern gefüllt ist. Beim Einguss des durch Hitze flüssig gemachten Gießmaterials (z.B. Kunstmarmor) schmilzt der Wachskern und das jeweilige Gussmaterial nimmt seine Stelle ein. Nach dem Härten wird die Form um die Reproduktion entfernt – man bezeichnet diese Herstellungsart als „verlorene Form“, weil die Form eben nur das eine Mal verwendet werden kann. Dies ist noch das wirtschaftlichste Verfahren, weil der geringste Einsatz an Technik nötig ist.

Autor: Bernhard Heß